Eva liest

The Belles – Schönheit regiert

“I still hate the feeling in these moments that my body doesn’t belong to me. I become a doll—an object to be embellished.”

Dhonielle Clayton

Der Klappentext

Glitzernd, Glanzvoll, Grausam

Die Welt von Orléans wird von Hässlichkeit bestimmt, und nur die Belles können den Menschen Schönheit verleihen. Camelia ist eine Belle – schön, begehrt, mit magischen Fähigkeiten. Am Königshof will sie allen zeigen, dass die Beste ist. Doch hinter den schillernden Palastmauern lauern dunkle Geheimnisse. Camelia erkennt, dass ihr Fähigkeiten viel stärker und gefährlicher sind, als sie es je für möglich gehalten hätte. Sie sind eine Waffe, die sich andere zunutze machen wollen. Daher muss sie sich entscheiden: Soll sie die Tradition der Belles bewahren oder ihr eigenes Leben riskieren, um ihre Welt für immer zu verändern? Das Schicksal der Belles und von Orléans liegt mit einem Mal in ihren Händen …

Geschrieben wurde das Buch Dhonielle Clayton und ist der Auftakt einer Reihe rund um Camelia und ihr Leben als Belle. Erschienen ist dieser erste Band im Thienemann-Essilinger Verlag und wurde mir über die Agentur Mainwunder freundlicherweise zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle meinen herzlichen Dank, für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares.

Der Inhalt

Seit langem halte ich mit The Belles – Schönheit regiert wieder ein Buch in den Händen, dass mich hin und her reißt, welches mich in einen Zwiespalt bringt aus dem ich nicht weiß, wie ich entkommen soll.

Das Leben von Camile und ihren fünf Geschwistern ist geprägt von Schönheit. Sie werden aufgezogen, um den Menschen Schönheit zu verleihen, da die Bewohner von Orléans als sogenannte Gris geboren werden. Wenn sie sich nicht regelmäßig Schönheitsbehandlungen unterziehen, wird ihre Haut grau, mit Falten durchzogen, das Haar strohig und stumpf und die Augen ausdruckslos und rot. Um immer dem aktuellen Schönheitstrend zu folgen und zu leben, geben die Menschen Unmengen an Geld aus, um die Belles zu bezahlen, sie zur schönsten Person im ganzen Reich zu machen. Es werden Schönheitsbehandlungen durchgeführt, die an der Grenze des Illegalen sich bewegen. Ohne Skrupel. Ohne Reue. Ohne zu wissen, was die Konsequenz sein wird. Und die Belles machen es. Doch am schlimmsten von allen ist Prinzessin Sophia. Was sie fordert bekommt sie auch. Koste es was es wolle. Und meistens wird nicht mit Geld bezahlt.

Doch was hat mich nun in solch einen Zwiespalt gebracht? Ich mochte die Geschichte, die die Autorin uns eigentlich vermitteln wollte. Dass es im Leben nicht nur um Äußerlichkeiten geht. Das zwar jeder Mensch mindestens schon einmal in seinem Leben den Wunsch verspührt hat dieses oder jenes Fettpölsterchen los zu werden; eine kleine, weichere Stubsnase zu haben; oder einfach nur einen strafferen Bauch zu haben. Jeder kennt dieses Gefühl in den Spiegel zu schauen und irgendetwas an sich ändern zu wollen. Dabei spielt es doch gar keine Rolle wie man aussieht, sondern wer man eigentlich ist! Eigentlich. Ja, eigentlich sollte das so sein. Aber wir wissen auch, dass es eben nicht so ist. Die Autorin hat dies mit einer ziemlichen überspitzen Feder zu Papier gebracht und uns so den Spiegel vorgehalten, den wir viel öfters haben müssten. Das wir sehen können, dass eine äußerliche Veränderung noch lange nicht einen besseren, beliebteren oder angeseheneren Menschen aus uns macht. Vielmehr nimmt so die Oberflächlichkeit das Zepter in die Hand und lässt den Menschen als Hülle zurück, denn wer interessiert sich denn dann noch für die Person im Innern? Keiner.

Es hat mir gefallen, wie dieses heikle Thema inszeniert und thematisiert wurde. Ich fand es spannend zu lesen, welche Abenteuer und Geheimnisse Camille im königlichen Hof erlebte und ich fand es spannend zu erfahren, was es mit der Geschichte der Belles auf sich hatte. Und genau das bringt mich nun zu dem Punkt, weshalb ich im Zwiespalt bin. Das ganze drum herum, wie das eigentlich Hauptthema der Schönheit verpackt wurde, war mir einfach zu viel. Ich kam mir vor wie in einer Casting Show für Models, wo sich die Mädchen gegenseitig fertigmachen und wetteifern, wer die schönste, schmalste und dümmste im ganzen Land ist. Ich fand es nervig zu lesen welche Puderquaste denn nun verwendet werden muss, welches Puder wo aufgelegt wird und welches Kleid nun der letzte Schrei ist. Ich fand es ermüdent zu lesen mit welchem Pump und Glitzer um sich geschmissen wird, ich habe mich gefühlt wie im Märchen von Des Kaiseres neue Kleider. All das hat für mich die Geschichte, die so gut und so viel Potential hatte, kaputt gemacht. Ich möchte gar nicht weiterlesen und wissen was mit Camille und ihren Schwestern passiert ist aus Angst, ich könnte noch einmal von einer Puderquaste erschlagen werden. Und das tut mir so unendlich leid. “Weniger ist Mehr” passt hier ganz gut.

Natürlich ist mir bewusst, dass die Autorin dieses Mittel der Stilisierung bewusst gewählt hat, und dass sie die Übertreibung dazu genutzt hat um uns die Augen zu öffnen. Das hat auch geklappt, nur leider hat es mich gleichzeitig abgeschreckt.

Leseempfehlung?

Daher kann ich sagen, dass die Geschichte um Camille und die Belles eigentlich sehr spannend und abenteuerlich, aber leider mit zu viel Mädchen chi-chi ausgestattet ist, das man wirklich das Gefühl bekommt der Bellrosentee oder das Beipuder kommen gleich aus den Buchseiten heraus gerieselt. Wer allerdings sich in der Welt der Schönen, des Glanzes und des Glamours wohl fühlt, der wird hier auf seine vollen Kosten kommen. Für mich hat es leider nicht gereicht um mit Spannung dem zweiten Band entgegen zu fiebern.

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