Eva liest

Spiel der Macht

Als Tochter des ranghöchsten Generals von Valoria hat die siebzehnjährige Kestrel nur zwei Möglichkeiten: der Armee beizutreten oder jung zu heiraten. Aber Kestrel hat fürs Kämpfen wenig übrig; für sie ist die Musik das kostbarste Gut. Einem plötzlichen Impuls folgend ersteigert sie den Sklaven Arin, der sie auf unerklärliche Weise fasziniert. Schon bald muss sie sich eingestehen, dass sie mehr für ihn empfindet, als sie sollte. Doch er hat ein Geheimnis – und der Preis, den sie schließlich für ihn zahlt, wird ihr Herz sein …

Erschienen ist der erste Band der Trilogie von Marie Rutkoski im Carlsen Verlag und wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle vielen Dank an den Carlsen Verlag.

Die Erwartungen waren sehr hoch. Zumal Spiel der Macht in sämtlichen Foren und bei vielen Bloggern so hoch gelobt wurde. Der erste Band der Trilogie sollte also einen förmlich von den Socken hauen, wenn man es liest.

Doch zu Beginn ist der Funke nicht so recht bei mir übergesprungen. Vielleicht einfach gerade weil die Erwartungen so hoch waren und ich dachte, direkt von Anfang an in diese Welt hineingesogen zu werden. Dem war nicht so und ich lies ein klein wenig geknickt den Kopf hängen. Doch man muss diesem Buch die Chance geben sich zu entfalten. Denn urplötzlich sieht man sich dem Ende entgegen und blickt erstaunt um sich und fragt sich, wann denn das alles passiert ist! Die Geschichte und die Spannung ist wie die Liebe zwischen Arin und Kestrel: erst ist sie ganz klein und schlingelt sich unbeobachtet zwischen den Seiten hindurch; und auf einmal ist sie so gewaltig da, dass man mit jeder weiteren Seite stärkeres Herzklopfen bekommt. Arin und Kestrel sind besonders, eben weil es keine klassische Liebesgeschichte ist, wie man sie sonst aus Büchern kennt. Das Buch kommt ganz ohne bildliche Liebesschwüre und Liebesszenen aus, denn diese braucht es wirklich nicht um die Zuneigung der beiden auszudrücken.

Kestrel und Arin sind beides wunderbar ausgearbeitete und runde Charaktere. Kestrel, die in einem guten Hause im Wohlstand großgezogen wurde und von klein auf gelernt hat, eine Siegerin in allen Lebensdingen zu sein. Arin, ein Sklave dem man nach der Eroberung durch die Valorianer alles genommen hat, was ihm wichtig war und der nun auf Rache sinnt. Doch zu welchem Preis? Beide treffen auf einander und müssen feststellen, dass es da noch mehr in ihrem Leben gibt, als das altbewehrte. Sie geben einander Halt, Vertrauen und Leidenschaft, im positiven wie im negativen Sinne.

Der Spannungsbogen und das Worldbuilding sind hervorragend proportioniert und passen perfekt zusammen. Startet das Buch anfangs noch etwas schwach nimmt es doch ab dem ersten viertel, nach dem man sich eingelesen hat, an Fahrt auf und lässt den Leser aus dieser Karusellfahrt an Emotionen nicht mehr raus. Am Ende ist man überwältigt, geschockt, emotional am Ende und hofft inständig, das es nicht mehr all zu lange hin ist, bis Band zwei erscheint und wir endlich wissen, wie es weiter geht.

Spiel der Macht ist ein Spiel um Liebe, Verrat, Missgunst und Loyalität und als Leser möchte man unbedingt dort mitspielen. Eine absolute Leseempfehlung und gerade weil dieses Buch mit 364 nicht gerade das Dickste ist, lässt es sich wunderbar leicht und locker lesen. Also, wer es noch nicht hat, sollte dies schleunigst ändern.

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