Eva liest

Red Rising 2 – Im Haus der Feinde

We´ re all just wounded souls stumbling about in the dark. Desperatly trying to stich ourselves together. Hoping to fill the holes they ripped in us.

Red Rising 2 – Im Haus der Feinde

Der Klappentext

Immer war Darrow stolz darauf, als Minenarbeiter auf dem Mars den Planeten zu erschließen. Bis er herausfand, dass die Oberschicht, die Goldenen, längst in Saus und Braus leben und alle anderen ausbeuten. Unter Lebensgefahr schloss er sich dem Widerstand an und ließ sich selbst zum Goldenen verwandeln. Nun lebt er mitten unter seinen Feinden und versucht die ungerechte Gesellschaft aus ihrer Mitte heraus zum Umsturz zu bringen. Doch womit Darrow nicht gerechnet hat: auch unter den Goldenen findet er Freundschaft, Respekt und sogar Liebe. Zumindest so lange ihn niemand verrät. Und der Verrat lauert überall.

Erscheinen ist dieses Hörbuch von Pierce Brown im Ronin Hörverlag und wird gelesen von Marco Sven Reinbold. Der Ronin Hörverlag hat mir freundlicherweise die Reihe als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. An dieser Stelle mein herzliches Dankeschön, dass ihr innerhalb von kürzester Zeit mein Lese-Leben in eine einzige Katastrophe verwandelt habt! Warum? Das erfahrt ihr jetzt.

Der Inhalt

Wer meinen Blog nun schon das ein oder andere Mal besucht hat der weiß, dass es vor gar nicht allzu langer Zeit hier eine Rezension zum ersten Teil Red Rising gab. Mit Red Rising bin ich das erste Mal in ein richtiges SciFi Universum eingestiegen und hatte damit so meine Probleme. Sehr schwer bin ich in die Geschichte um Darrow reingekommen. Sehr schwer habe ich mich mit dem World Building getan und sehr schwer konnte ich der Handlung folgen, was durch den Umstand, dass es ein Hörbuch war, leider noch verstärkt wurde. Aber Ende, ja am Ende war auch ich am Ende. Meine Nerven lagen blank, mein Puls musste sich beruhigen und mein Verstand schrie nach mehr. Und „Mehr“ sollte ich mir Band zwei bekommen.

Der Zweite Teil schließt mit zwei Jahren Abstand an den ersten Teil an. Darrow ist nun Lanzenreiter im Hause Augustus und arbeitet sich nach oben um seine erste eigene Flotte zu befehligen. War ich zum Ende von Buch eins ein Fan von Darrow, muss ich sagen, dass er sehr schnell wieder in alte Muster verfallen ist. Viele Entscheidungen konnte ich nicht teilen oder nachvollziehen. Unzählige Male habe ich augenrollend dagesessen und gedacht „oh man, so gewinnst du keinen Blumentopf“. Dennoch war ich bei diesem zweiten Band vom allerersten Wort gefesselt. Ok, ich habe ein paar Kapitel gebraucht, um nochmal rein zu kommen und die Zusammenhänge zu finden, aber als ich wieder in der Spur war, war ich absolut hineingezogen in dieses Universum. Teil zwei ist so spannend, dass man das (Hör)Buch nicht aus der Hand (aus dem Ohr) legen möchte. Es ist eine einzige drecksverdammte, intrigante Achterbahnfahrt. Man kann keinem, absolut keinem trauen. Kein einziges Mal hatte ich das Gefühl, dass ich mit meinen Gedanken abgedriftet bin und so der Handlung nicht folgen konnte. Nie hätte ich gedacht, dass ich in eine SciFi Geschichte so hineingezogen und gefesselt werden könnte.

Auch in diesem Teil wird die herrlich ehrliche Sprache und Schreibstil von Pierce Brown unverkennbar weitergezogen. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft die Wörter „drecksverdammt“ und „mordsverdammt“ im Gebrauch waren, würde man hier ein Trinkspiel veranstalten, man würde es nicht lange durchhalten.

Besonders gelungen finde ich die Entwicklung der Charaktere, die Teil eins überlebt haben und nun im zweiten Band versuchen ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Alle Charaktere haben mittlerweile so viel Tiefgang, dass man sich ihnen wirklich verbunden und nah fühlt; so, als würde man einem alten Freund begegnen und mit ihm den weiteren Weg beschreiten. Genau aus diesem Grund leidet man auch so unwahrscheinlich mit ihnen mit. Ich liebe die Entwicklung zwischen den Charakteren und bin absolut begeistert von den Plottwists, die der Autor immer wieder in dieses Buch einbaut. Da denkt man sich nichts Böses und Bäm!!! kommt es anders, als man es sich jemals gedacht hat. Und das sorgt dafür, dass Pierce Brown am Ende von Red Rising 2 – Im Haus der Feinde den wohl fiesesten Cliffhanger aller Zeiten geschaffen hat.  Dieses Ende hat mich eiskalt erwischt und winselnd am Boden zurückgelassen. Und dass meine ich wirklich so. Auf den letzten Seiten passiert auf einmal inhaltlich so unglaublich viel, dass man diese Menge an Worten, Emotionen, Handlung und plötzlich aufkeimende Zusammenhänge nicht auf Anhieb verarbeiten kann. Man bleibt erstmal sitzen und fügt ein Puzzleteil nach dem anderen zusammen, um dann vor dem Gesamtbild zu sitzen und sich zu denken: „F**ck. Ich brauche Band drei. Jetzt sofort. Sonst hat meine Lese-Leben keinen Sinn mehr!“ Selten hat mich eine Buchreihe so bewegt, wie Red Rising von Pierce Brown und ich weiß nicht, ob ich den Autor dafür hassen, oder lieben soll.

Und wisst ihr was? War ich doch anfangs von dem Leser Marco Sven Reibold nicht sehr angetan, hat er es doch mittlerweile geschafft, mir diese Reihe so nah wie keine andere zu bringen. Unzählige Male hat er mir eine Gänsehaut verschafft; ganz besonders, als er das „Schnitterlied“ gesungen hat. Mit den weiblichen Figuren hat er noch wie vor seine Probleme, aber das kann auch daran liegen, dass er einfach ein Mann ist (was nicht sexistisch gemeint ist, aber lasst doch mal einen Mann versuchen, eine weibliche Stimme zu intonisieren…).

Leseempfehlung?

Ein ganz klares „JA!“. Ich kenn keine Reihe mit größeren, fieseren und zermürbenderen Plottwists und Cliffhangern, wie in Red Rising – Im Haus der Feinde. Es gibt keine schnulzigen Romanzen, keine Zuckerwatten-Liebe und keine schmachtenden Blicke. Es ist brutal, voll mit mordsverdammten  Flüchen, blutig und schonungslos bis ins Detail und einfach nur herrlich ehrlich. Zum Schluss noch ein Tipp: Wer sich nach Band eins entscheidet weiter zu lesen, sollte sich direkt Band zwei UND drei holen. Glaubt mir, das ist besser für euch und euer Lese-Ich.

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