Eva liest

Glück Dich!

 

„ich!“, antwortete sie.

Nora mag ihr leben und ihren Körper. Doch unter der Oberfläche bohren Splitter. Sie ist allein, der Job frisst Sinne und Seele. Ihr Boss übertritt Grenzen und sie steht machtlos dabei.

Eine Dating-App bringt jemanden auf Noras Weg.

Er setzt ihre Lust unter Strom.

Ihr Bauchgefühl schlägt Alarm.

Nora muss entscheiden: Wofür und wogegen muss sie kämpfen? Beinahe übersieht sie diesen Jemand, in den sie sich verlieben muss, und das Glück, so nah.

Geschrieben und veröffentlicht wurde Glück dich von Monika Pfundmeier. Die Autorin hat mir freundlicherweise dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.

Nora, eine Singlefrau die mit Anfang Dreißig zwischen ihrem Wohnort München und ihrer Arbeitsstätte Frankfurt hin und her pendelt. Außer ihrem Bruder und dem Barmann Phillip hat sie kaum bis gar keine Freunde, dafür hat sie keine Zeit, denn ihre Karriere in der Werbebranche nimmt jede freie Minute in Anspruch. Und Karriere macht Nora. In ihrer Arbeit ist sie hervorragend und wird von den Kollegen geachtet und respektiert. Nur von ihrem Chef nicht. In einer Zeit, in der Frauen sich immer öfter sexuellen Übergriffen konfrontiert sehen muss sie sich auch dieser Situation stellen, ganz allein. Doch auch das gelingt ihr am Ende. Am Ende gelingt ihr einfach alles. Doch was leider nicht gelingt, ist der Funke der zum Leser überspringen sollte.

Das Thema und die Figur Nora sind Situationen und Gegebenheiten aus dem Alltag, in denen sich viele Frauen wiederfinden können. Die Suche nach dem richtigen Partner, der immer für sie da ist. Die Karriereleiter als Frau nach oben klettern, ohne sich selbst und die Ideale zu verlieren. Nicht genau zu wissen, wo man letztendlich hingehört. Vor all diesen Problemen stehen viele Frauen, aber leider wurde dieses Thema für mich nicht richtig umgesetzt.

Am meisten hatte ich mit dem Schreibstil zu kämpfen. Die Sätze waren alle äußerst kurz und schnelllebig, wie das Leben, das Nora führt. Aufgrund der Kürze der Sätze waren die Unterhaltungen (wenn es denn mal zu einer solchen im eigentliche Sinne kam) sehr schnell. Auch den Gedankengängen von Nora konnte ich stellenweise nicht schnell genug folgen und musste Sätze zweimal lesen um zu verstehen, wie sich die Unterhaltung von einer lockeren Flirterei zu einem fast ausgewachsenen Streit entwickeln konnte.

Auch den Versuch über eine Dating-App jemand kennenzulernen ist heutzutage nichts Ungewöhnliches. Und gerade deshalb fand ich den Verlauf dieser „Beziehung“ schon fast nervig. Das erste Kennenlernen, das erste Date, die ersten Nachrichten via SMS in denen hemmungslos geflirtet wurde. Und dann auf einmal gingen diese harmlosen SMSen in einen kleinen Erotikexkurs über wo man sich fragt, wann das jetzt bitte alles passiert ist? Man kommt manchen Handlungssträngen schwer hinterher und das ist sehr schade, denn eigentlich hätte dieses Buch so viel Potential richtig gut zu werden.

Das wichtigste Thema allerdings waren die sexuellen Anspielungen von Noras Chef. Immer wieder hört man von solchen Übergriffen auf Frauen um ihnen so die „Möglichkeit“ zu geben, sich beruflich weiter zu entwickeln. Sexuelle Belästigung beginnt schon mit Worten, und diesen sieht sich Nora immer häufiger konfrontiert. Dennoch, die Kapitel in denen es um Noras Chef ging, waren für mein Empfinden nicht notwendig. Die Kapitel sollten nur verdeutlichen, was für ein Mann er ist, aber eine solche Vertiefung und Verbildlichung des Charakters hätte es nicht gebraucht. Zudem bleiben am Ende fast alle Handlungsstränge offen. Einfach nichts wird geklärt und lässt den Leser ein klein wenig unbefriedigt zurück.

Leider hat mich das Buch nicht überzeugt, was ich sehr schade finde, denn es hat mich thematisch und inhaltlich wirklich angesprochen. Aber wenn ich mich dabei ertappe, dass ich Gedankengängen und Sätzen nicht richtig folgen kann und öfter die Absätze von vorne lesen muss, dann weis ich einfach, dass dieses Buch leider nichts für mich ist. Aber wie immer spiegelt diese Rezension nur meine eigene Meinung wieder und heißt nicht, dass es anderen vielleicht doch gefallen könnte.

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