Eva liest

Gläsernes Schwert

Eine Diebin, eine Prinzessin, eine Rebellin auf der Flucht – innerhalb weniger Wochen hat sich Mares Leben komplett gewandelt. Denn sie ist anders: Trotz ihres “gewöhnlichen” roten Blutes besitzt sie übernatürliche Silber-Kräfte. Sie ist die Blitzwerferin. Und nur darauf kann sie sich verlassen, das hat sie ihre Zeit am Hofe schmerzlich gelehrt.

In einer Welt in Aufruhr, wo Freunde zu Verrätern werden und Liebe sich in Hass verwandelt, kennt Mare nur ein Ziel: die zu finden, die so sind wie sie, rot und silbern. Denn sie könnten alles ändern. Das weiß auch der neue Silber-König, ihr einstiger Vertrauter, und eröffnet die Jagd. Aber schnell wird klar, das er nur eins will – und zwar um jeden Preis: Mare.

Einen kleinen Dämpfer vorweg: Dieser zweite Teil kann nicht an die Qualität des ersten Bandes heranreichen. Aber das ist auch schon der einzige negative Punkt.

Vom Handlungsstrang her zieht sich dieses Buch leider etwas. Die Rebellion ist im vollen Gange und versucht sich immer mehr aus der Versenkung zu erheben. Doch Mare muss nicht nur einmal einen hohen Preis für dieses Leben, die Rebellion und die Neublüter zahlen und mehr als einmal fragt man sich, ob dieser Preis nicht zu hoch ist.

Mare verliert sich im Sinn der Rebellion. Ist auf der Suche so viele Neublüter wie nur möglich zu retten und kann dabei ihr Leben oder das derjenigen die sie liebt nicht retten. Es kommt zum Zerwürfnis mit ihren engsten Vertrauten, gerade weil Mare niemandem mehr trauen kann und auch nicht will. Nicht ihrem Bruder Shade, nicht ihrem alten Freund Kilorn und schon gar nicht Cal. Dabei will man sie an den Schultern fassen und sie schütteln und ihr sagen, dass sie sich am verlieren ist und so nicht weiter machen kann. In diesem Buch lernen wir eine dunkle Seite von Mare kennen, die alles andere als gutmütig ist und so gar nichts mehr mit der Diebin aus Stilts gemein hat. Genau wie Mare sucht auch der Leser nach einem Mädchen, in das sich Mare entwickelt. Sie ist nicht mehr die Diebin von früher, auch nicht Mareena die verschollene Adlestochter eines Silber-Generals. Doch wer ist sie jetzt? Das Monster zu dem Maven sie macht? Man möchte es ihm fast glauben. Mare ist von blinder Wut getrieben und verletzt dabei alle, die ihr nahe stehen und isoliert sich so immer mehr von der Welt und von allen, die so sind wie sie.

Dieses Buch ist gezeichnet von Blut, Verlust und Ängsten. Und im Mittelpunkt dieser grotesken Welt steht Cal, der verstoßene Prinz. Man kann sich fast nicht entscheiden, mit wem man mehr Mitleid haben muss: Mare, die aus einer intakten wenn auch armen und zerrütteten vom Krieg gezeichneten Familie kommt, oder Cal, der Innerhalt eines Augenblickes einfach alles verliert, was er einst hatte und gehofft hatte zu erben. Er ist kein Prinz mehr, geächtet von den Silbernen, ein Rebell ist er auch nicht und die Roten verachten ihn fast noch mehr. Und mir Mare an seiner Seite will es auch nicht klappen, da beide eine andere Vorstellung ihres kaputten und zerrütteten Lebens haben. Also, wer ist denn nun der gefallene Held von den beiden? Wir haben noch zwei Bände Zeit das heraus zu finden.

Die charakterliche Entwicklung von Mare und Cal ist mit das aufregendste an diesem zweiten Band. von dem Verlauf der Geschichte her ist diese eher mittelmäßig bis zähflüssig. Erst ganz zum Schluss wird es so spannend, dass man das Buch wirklich nicht mehr aus der Hand legen kann, man muss einfach dran bleiben und Seite um Seite umblättern um zu erfahren, wer sterben wird, wer gerettet wird und in welcher Katastrophe das alles enden wird. Und aus diesem Grund freue ich mich auf den dritten Teil “Goldener Käfig”, denn das Ende von “Gläsernes Schwert” hat mich fassungslos zurück gelassen.

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