Eva liest

Fjällraven CLassics – Denmark

Fjällraven Classics is more than just a trek; it´s a celebration of outdoors.

Fjällraven Classic

Die Fjällräven Classics Denmark 2017 sind Geschichte, und wir waren dabei!
75 km wandern in 3 Tagen. Das Zelt, den Schlafsack, die Isomatte, das Kochgeschirr – und alles was man sonst noch so für eine Mehrtagestour benötigt – im Rucksack tagtäglich auf dem Rücken dabei, dass macht ein ordentliches Packgewicht für jeden von uns. Unerschrocken wagten wir uns also in dieses Abenteuer und sollten am Ende trotz zahlreicher Druckstellen an Hüften und Schultern und einem immensen Muskelkater nicht enttäuscht werden. 

Den ersten Tag verbrachten wir in Falsled, wo gleichzeitig die erste Etappe startete. Doch bevor es am nächsten Tag losgehen sollte, haben wir unser aufblasbares Zelt auf dem Campingplatz von Falsled aufgebaut. Das aufblasbare Zelt ermöglichte es uns an Packgewicht und an Masse im Rucksack zu sparen. Keine lästigen Stangen waren zu schleppen oder in die Zeltmembran einzuschieben. Einfach mit einer super leichten Luftpumpe das Gestänge aufpumpen, und fertig ist das Zelt. Nach dem ersten gekochten Kaffee am nächsten Morgen, auf dem eigens mitgebrachten Gaskocher, machten wir direkt Bekanntschaft mit den ersten Mit-Wanderern, welche uns direkt so sympathisch wurden, dass wir uns am Tagesziel zu einer Runde Haselnussschnaps verabredeten. Der Tag begann im stetigen Nieselregen…suuuper…zum Glück war es warm. Doch am späten Vormittag sollte es aufklaren und die Sonne bescherte mir einen exzellenten Sonnenbrand. Mal wieder. Ich lerne es aber auch nie, immerhin war die Sonnencreme im Rucksack! Wir erlebten Dänemark von seiner schönsten Seite als wir durch die wunderschöne Landschaft nach Østrupgaard zur ersten Mittagspause wanderten, und das sollte uns Auftrieb geben. Von wegen in Dänemark ist es flach! Parallelen zu den Höhen im Hunsrück (meiner Heimat) wurden schnell gezogen als wir am späten Nachmittag im ersten Camp in Hulstenhuus ankamen, begrüßte uns eine sehr steife Brise. Sturmböen trifft es eher. Die Campingaarea in Dänemark ist extra ausgewiesen, da Wildcampen in Dänemark genau wie in Deutschland verboten ist. Daher lag das erste Nachtlager in mitten einer schönen Landschaft wo rundherum nichts Anderes zu finden ist als Wiese, Felder und Bäume. Die erste Herausforderung für unser Zelt sollte also kommen. Aber erstmal wurde zur Stärkung mit den neuen Bekannten ein Schlückchen von der feinen Haselnuss gekostet. Schmeckt noch genauso gut wie eh und je. Das Zelt wurde rasch aufgepumpt und nach einer ersten, leichten Skepsis meinerseits hielt das Zelt den Sturmböen stand! Die ganze Nacht! Ich habe genau aufgepasst! Entsprechend tief waren meine Augenringe am zweiten Tag.

Nach einer Stärkung mit Kaffee und Müsli in unserer open Air Kocharea ging es in die zweite Etappe mit dem Endziel Egebjerk. Das Wetter war trüb, aber warm. Wir freuten uns, denn die Strecke sollte am Meer entlanggehen. Beim “sollte” ist es dann auch geblieben. Leider hat das Hochwasser durch die andauernden Regenfälle der Vortage die Organisatoren dazu gezwungen, die Strecke zu ändern. Nicht schlimm. Schlimm dagegen war der einsetzende Platzregen. Also, Regenjacke und Poncho raus und ab durch den Regen. Die Hose trocknet ja wieder. Gegen Mittag gab es eine kleine Regen- und Essenspause in Præstens Skov direkt am Wasser bis es am Nachmittag erneut einsetzte und nicht mehr aufhörte. Ich höre noch genau die Worte meines Mannes, als er mir von dem Trip erzählte: “das wird voll das gute Abenteuer!” Ohja…und wie. Am späten Nachmittag trudelten wir in unser zweites Camp ein und siehe da! Ein kosmischer Scherz prasselte auf uns hernieder. Es gab einen Platzregen, der nicht mehr aufhören wollte. Es blieb uns nichts anderes übrig, als das Zelt aufzubauen. Warten hätte nichts gebracht. Der Regen prasselte bis in den späten Abend so weiter. Aber irgendwie haben wir es geschafft dieses Zelt so aufzubauen, dass es drinnen trocken blieb. Auch als wir uns platsch nass in das Zelt begeben haben. Das war eine zirkusreife Nummer! Mit dieser zweiten Nacht hatte ich dann auch die Bestätigung, dass unser Zelt wasserdicht ist. Auch in dieser Nacht habe ich das ganz genau beobachtet!

Der dritte Tag. Regen. Den gaaaaanzen Tag! Es sollte von Egebjerk bis zu unserem Ziel nach Bjœrnmose Gods gehen und mehr als einmal habe ich mich gefragt, wie es einen ganzen Tag stetig senkrecht von oben runter regnen kann. Die Aussage einer Dänin wir würden gerade den dänischen Sommer genießen oder die des schottischen Kollegen wonach es in Schottland noch schlimmer wäre, konnten mich nicht ganz aufheitern. Wohl aber ein kleiner netter Kaffeestand mit Schokoladenkuchen, Kaffee und Cola! Denn eines darf man bei einem solchen Trip nicht unterschätzen: die Unterzuckerung des Körpers! Es regnete immer weiter und irgendwann gibt auch die beste Regenjacke, der dichteste Poncho und die best imprägniertesten Wanderschuhe seinen Geist auf und man ist einfach nur noch nass. Bis auf die Knochen. So war es dann auch, dass wir unsere Mittagspause in Svendborgsbroen unter der Autobahnbrücke machten und Tim uns mal eben schnell ein schönes und trockenes Hotelzimmer für unsere letzte Nacht in Dänemark buchte. Eigentlich wollten wir nach Zieleinlauf den Abend auf dem Campingplatz der Veranstaltung verbringen. Aber dadurch, dass wir so nass waren, wollten wir einfach nur noch warm duschen und in einem bequemen Bett liegen.
Aber mit jedem Schritt kommt man dem Ziel näher und wenn man die 75km Marke passiert, das Ziel schon fast vor Augen hat und man die Musik hören kann, dann gibt man in seinen quietschenden Wasserschuhen nochmal Gas. Dann fühlt sich der Rucksack nicht mehr wie ein Felsblock auf dem Rücken an und die Schwimmhäute zwischen den Fingern verbessern den aerodynamischen Druck und beflügeln regelrecht.

Und dann, der Moment in dem man im Ziel von Helfern und bereits eingetroffenen Wanderern klatschend und jubelnd begrüßt wird…. unbeschreiblich! Jeder einzelne Wanderer wird laut johlend begrüßt und für seine Leistung – und in unserem Fall für das Trotzen des schlechten Wetters – gefeiert. Nachdem das obligatorische Abzeichen eingesammelt wurde, habe ich den Rucksack von mir geschmissen, mich in weniger nasse Klamotten reingezwungen und erstmal einen tiefen Schluck von der Haselnuss genommen. Frau will ja schließlich nicht krank werden! Mit dem Regenschirm bewaffnet ging es dann zum Lagerfeuer zum Wärmen. Leider hat es nicht viel geholfen, alle unsere Sachen (auch die im Rucksack) waren Klamm, feucht oder richtig nass. Aber das gehört dazu, zum dänischen Sommer. Dennoch, es war eine wirklich tolle Erfahrung und tatsächlich war es “voll das gute Abenteuer”.

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