Eva liest

Der Kuss der Lüge – Die Chroniken der Verbliebenen

Ein Befehl, und das Licht der gehorcht. Ein Wink von ihr, und Sonne, Mond und Sterne fallen auf die Knie und erheben sich wieder. Sie ist Lia, Königstochter von Morrighan. Am Tag ihrer Hochzeit entzieht sie ihrem goldenen Käfig und lässt ihr bisheriges Leben hinter sich. Weit entfernt von Morrighan heuert Lia in einer Taverne an. Dort lernt sie eines Abends zwei Männer kennen, die sofort ihre Aufmerksamkeit erregen. Was sie nicht weiß: Die beiden sind auf der Suche nach ihr. Einer wurde ausgesandt, um die Königstochter zu töten. Und der andere ist ausgerechnet jener Prinz, den sie heiraten sollte. Schnell fühlt sich Lia zu beiden hingezogen. Und ahnt nicht, dass sie längst in größter Gefahr schwebt…

Ich muss zugeben, das Buch und dessen Geschichte hat mich erst ab der Mitte wirklich in den Bann gezogen. Am Anfang fand ich es wirklich etwas fad. Eine Königstochter soll in eine arrangierte Ehe mit einem Prinzen den sie nicht kennt gezwungen werden. Sie nimmt reiß aus und stellt sich dabei sehr geschickt an ihre Spuren zu verwischen. Sogar besser, als ich es anfänglich vermutet hätte. Dennoch finden die beiden Männer (der Prinz den sie heiraten und der Attentäter der sie töten sollte) sie für meinen Geschmack viel zu schnell. Es entwickelt sich eine nette Dreiecksgeschichte zwischen Ihnen, wovon ich eigentlich nicht so der Fan bin. Beide Männer buhlen um die Aufmerksamkeit von Lia und sie weiß nicht, wer wer ist. Aber der Leser weiß es auch nicht! Die beiden Männer werden natürlich beschrieben, und es gibt auch einige kurze Kapitel die aus deren Sicht geschrieben werden, aber es gibt auch Kapitel, die aus Sicht des Prinzen und des Attentäters  erzählt werden. Entweder ging es nur mir so, oder es war wirklich gewollt, dass der Leser erst später erfahren soll, wer Prinz und wer Attentäter ist.

Es traf mich ein Schlag. Die ganze Liebelei zwischen Rafe und Lia war wirklich toll, allein von der Beschreibung Rafes war er mein heimlicher Favorit für Lia, dachte ich doch er wäre der Attentäter. Aufmerksamen Follower meines Blogs und meines Instagram Accounts dürfte nicht entgangen sein, dass ich ein Faible für die Bösen habe. Wenn es sich denn um die “guten” Bösen handelt.

Nachdem Lias Bruder seine schwangere Frau durch einen Hinterhalt verloren hat und somit zu einem Mann voller Rache und Gerechtigkeit wurde, entschließt sie sich ihr Schicksal anzunehmen und den Prinzen  (unbekannterweise) zu heiraten. Auf ihrem Rückweg fällt sie dem Attentäter in die Hände und mein Herz brach als Kaden sich als eben dieser entpuppte. Ich hätte so gerne Rafe als Attentäter gesehen und Kaden als den blonden Prinzen den Lia nicht verdient hat. Aber nein, der dunkelhaarige, attraktive Rafe ist der Prinz. Dieser macht sich auch auf den Weg um Lia aus den Händen der Barbaren zu befreien. Und ganz heimlich habe ich die kleine, winzige Hoffnung, das Lia sich noch für Kaden entscheiden wird. Sie erkennt selbst recht schnell, dass Kaden nicht der Meuchelmörder zu sein scheint, den er vorgibt. Er rettet ihr das Leben und zeigt ihr eine neue Welt. In Gaudrels Lager wird sich Lia ihrer vermeintlichen Gabe wirklich bewusst und sie nutzt sie zu ihrem Vorteil. Auch entwickelt sie eine neue Nähe zu Kaden. Trotz des Verrates ihr gegenüber kann sie nicht leugnen, dass sie sich zu ihm hingezogen fühlt. Doch sie stößt ihn weg und bleibt immer noch Rafe treu von dem sie nicht weiß, ob sie ihn jemals wieder sehen wird.

Kaden und Lia führen ihre Gefährliche Reise fort und als Lia eine Möglichkeit zur Flucht sieht, ergreift sie sie. In einem abgelegenen Wald sucht sie Schutz und läuft unwissend in eine weit größere Gefahr als Kaden. Mit Hilfe eines Vokabelbuches aus Gaudrels Lager kann sie sich die Bücher übersetzten, die sie dem Kanzler ihres Vater gestohlen hat und lernt aus ihnen, dass sie jenes Mädchen sein soll, die die Welt ändern kann. Mit Hilfe ihrer neu erwachten Gabe kann sie sich den Gefahren des Waldes stellen. Als eine unheimliche und todbringende Kreatur versucht ihr das Leben zu nehmen, sagt sie nur “Geh weg!” und die Kreatur verschwindet. Gerettet von dem einen Unheil läuft sie in ein anderes, was ihr Leben und ihre Persönlichkeit von Grundauf ändern wird. Sie muss mit ansehen, wie ihr eigener Bruder von vendanischen Kriegern kaltblütig ermordet wird. Dreißig Soldaten und ihr Bruder finden qualvoll ihren Tot und sie kann nichts dagegen tun als zu zusehen. Am Ende beerdigt sie ihren Bruder und seine Gefährten eigenhändig und verschafft sich somit eine Art Respekt ihrer vendanischen Entführer.

Doch Lia verändert diese Erfahrung, sie wird erwachsener, kaltblütiger und entschlossener. Sie entfernt sich weiter und weiter von Kaden, was ich wirklich schade fand. Kaden ist ein faszinierender Charakter und ich glaube, das hinter seiner Geschichte noch so viel mehr steckt. Auch glaube ich, das er ein besserer Partner für Lia sein kann, als Rafe. Kaden versteht etwas von Verlust und Schmerz, er hat selbst eine qualvolle Vergangenheit hinter sich, die hoffentlich in Band zwei aufgedeckt wird. Ich bin mir sicher, dass er Lia das geben kann, was sie nun braucht: Verständnis für den Verlust eines geliebten Menschen, das Wissen wie es ist zu töten (auch wenn es nur ein Tier ist) und die Geduld die man braucht um gewisse tiefe Wunden heilen zu lassen.

Am Ende des Buches soll Lia Rafe wiedersehen und erfahren, dass er der Prinz ist, den sie heiraten sollte und doch erfährt man nicht, ob sie diese Enthüllung begrüßt, oder nicht. Naja, anfänglich begrüßt sie ihn und macht sehr deutlich klar, wie sehr sie in vermisst hat. Doch als sie bemerkt WER er ist, scheint sie zurückhaltender zu werden. Denn sie hat eine Zuneigung zu Kaden entwickelt, auch wenn diese sich aufgrund des Todes ihres Bruders in blinde Rachsucht entwickelt hat.

Ich bin sehr gespannt wie es mit Band zwei weitergeht und kann es kaum erwarten, das Buch in den Händen zu halten.

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