Eva liest

Dein. Für immer

Unsere Geschichte fängt gerade erst an, mi vida

Clara weiß nicht, was sie vom Leben will. Aber sie weiß, was sie nicht will: Nino mit seinen feurig braunen Augen und seinem unbeugsamen Stolz, der sie mit seiner Arroganz zur Weißglut treibt und sie gleichzeitig fasziniert. Nino, der ihr schon einmal das Herz gebrochen hat. Das Schicksal hat andere Pläne. In Argentinien treffen sie erneut aufeinander, und inmitten brütender Hitze, heller Mondnächte und erotischem Tango knistert es gewaltig. Doch die Zeichen stehen alles andere als gut für das Paar …

Jahre später, in Deutschland:

Isabell ist die Tochter eines wohlhabenden Unternehmers, Ben ist Journalist. Darüber hinaus allerdings ist er genau der Typ Mann, mit dem sie nichts zu tun haben möchte; ein Frauenheld mit Tattoos und Motorrad. Ben mit seinen dschungelgrünen Augen und seinem verschmitzten Lächeln lässt ihr jedoch keine Wahl. Sie verliert ihr Herz schneller, als ihr lieb ist. Aber warum will ihr Vater sie um jeden Preis von Ben fernhalten?

Als Ben und Isabell einer Liebe auf die Spur kommen, die Jahrzehnte überdauert hat, und einem Familiengeheimnis, das auch ihrer beider Zukunft mitbestimmt, überschlagen sich die Ereignisse.

Hat ihre Liebe eine Chance?

Geschrieben wurde dieser Roman von Emma Wagner und spielt zum einen in Argentinien der 1976er Jahre und in Deutschland in heutiger Zeit. Es sind zwei, auf den ersten Blick, eigenständige Geschichten, die sich aber am Ende gekonnt miteinander verflechten.

Die Geschichten zwischen Clara und Nino sowie die zwischen Ben und Isabell sind beide ganz wunderbar, mitreißend und in ersterem Fall wirklich unglaublich spannend. Und das in diesem Buch ein solch fesselnder Roman steckt, würde man auf den ersten Blick nicht vermuten. Denn wenn man mal ehrlich ist, das Cover ist leider nichts. Wenn man das Cover betrachtet, dann erwartet man eine schnulzige Liebesgeschichte zwischen einer rassigen Latina und einem unglaublich gutaussehendem Latino. Aber genau das ist es nicht. Der Inhalt überrascht auf ganzer Linie und das im positiven Sinne. Ein paar Floskeln dürften gerne weniger bis gar nicht sein, denn die holen einen immer wieder recht unsanft auf den Boden der kitschigen Tatsachen zurück. Den Begriff “dschungelgrüne Augen” konnte ich am Ende wirklich nicht mehr hören, und soviel wie über den Tango geschwelgt wurde, so wenig war dieser eigentlich Gegenstand des Romanes. Es gab eine wirklich gute Tangoszene in diesem gesamten Buch (ok, ich korrigiere mich: zwei. Es gab zwei Szenen), und dieses Buch hat immerhin stolze 587 Seiten. Aber wenn man diese Punkte mal außer Acht lässt, ist dieses Buch das perfekte Sommer-Buch.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und machen den Einstige in dieses Buch sehr leicht. Und gerade weil es sich so leicht lesen lässt, möchte man dieses Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Man spürt förmlich, wie man sich mit Clara in Argentinien in der brütend heißen Hitze auf der Estancia befindet, und man möchte auf der Stelle mit Clara den Platz tauschen, sobald Nino erscheint. Es ist alles überaus bildlich beschrieben und das macht es dem Leser so einfach, dieses Buch nicht mehr weg legen zu wollen.

Beide Erzählstränge, Clara und Nino sowie Isabell und Ben, sind spannend und mitreißend erzählt. Die Geschichte zwischen Clara und Nino ist sogar etwas aufregender, prickelnder und herzzerreißender. Am Ende wird es bei den beiden sogar richtig dramatisch und hier schafft es die Autorin wirklich, das man gefesselt an diesem Buch festhält, weil man unbedingt direkt wissen muss, wie es ausgeht. Die Geschichte von Isabell und Ben dagegen plätschert so leicht vor sich hin und dennoch ist es genau dieser Teil des Buches, der die Vergangenheit und die Gegenwart gekonnt mit einander verbindet.

Am Ende hat mir dieses Buch wirklich gut gefallen und ich war positiv überrascht, dass der Inhalt so viel besser ist, als sein Cover es vielleicht vermuten lässt. Wer also auf der Suche nach einem leichten Sommerbuch ist, sich in die Argentinische Hitze mit einem wirklich heißen Gaucho verkrümeln möchte, ist mit Emma Wagners Dein. Für immer genau richtig. Aber, man muss auch an der ein oder anderen Stelle mal ein Auge zu drücken, ein “dschungelgrünes Auge”.

An dieser Stelle sage ich Danke an Emma Wagner, die mir dieses Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt hat und mir so gezeigt hat, dass man ein Buch nicht nur nach seinem Äußeren bewerten sollte.

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