Eva liest

Das Reich der sieben Höfe – Flammen und Finsternis

Eine zerbrochene Seele. Ein Verführer, und ein Pakt, der das Reich der Fae spaltet.

Aus den Klauen von Amarantha befreit, kehrt Feyre zurück an den Frühlingshof. Doch sie kann nicht vergessen, was sie tun musste, um Tamlin zu retten – und auch den Part mit Rhysand, dem gefürchteten High Lord des Nachthofes, schwebt wie eine Drohung über ihr. Jeden Monat muss sie eine Woche an seinem Hof verbringen. Was sie dort erlebt, stellt jedoch alles, woran sie bisher geklaubt hat, infrage…

Dieses Buch ist mit Abstand mein liebstes Buch und ich finde auch das Beste, was Sarah J. Maas bisher geschrieben hat.

Wenn man mal von der äußeren Gestaltung absieht – sorry lieber DTV Verlag, das Cover ist nicht wirklich schön und thematisch passt es auch nicht so ganz zu dem Inhalt dieses Buches – passiert in diesem Buch eine Menge. Es passiert stellenweise so viel, dass man fast nicht hinterherkommt und das Buch einfach nicht aus den Händen legen möchte. Die Geschichte rund um Feyre und wie sie ihr Leben nach „Unter dem Berg“ weiter lebt und versucht mit dieser unglaublich großen Last auf ihren Schultern zurecht zu kommen, fesselt den Leser über Stunden und wie schnell die Zeit dann doch verfliegt!

Das Buch setzt einige Woche nachdem Feyre Amarathas Fluch gebrochen hat an. Sie ist zurück am Frühlingshof und kann aber die Geschehnisse von „Unter dem Berg“ nicht verarbeiten. Tamlin ist zu sehr damit beschäftigt sein Land und seine Herrschaft wieder aufzubauen, sodass er beginnt Feyre auf gewisse Art zu vernachlässigen. Und dazu kommt noch der Pakt, den Feyre mit Rhysand – High Lord des Hofes der Nacht – vereinbart hat und Tamlin an den Rand des Wahnsinns bringt.

Die Erzählperspektive ist durchweg die von Feyre. So bekommt der Leser einen Sitzplatz in der ersten Reihe, wenn es darum geht am Gefühlschaos von unserer Hauptprotagonistin teil zu haben. Wir leiden und weinen mit ihr. Sind genauso wie sie zornig und werden noch zorniger, wenn Feyre beginnt an sich selbst zu zweifeln und förmlich abstumpft. Jede Gefühlsregung von ihr erlebt man hautnah mit und mehr als einmal möchte man dieses Buch – und somit Feyre – an die Brust drücken und einfach nur sagen „es wird alles gut, es wird alles gut!“. Ja, ich habe gelitten, ich gebe es zu. Sarah J. Maas hat mehr als einmal mein Herz zerbrochen und es dann wieder zusammengesetzt, nur um es dann erneut in Stücke zu reißen. Und das sie dies mit nur einem Buch schafft, spricht für sich wie gut der Schreibstil der Autorin ist. Einfach fesselnd.

Die Entwicklung der Geschichte ist nicht gleichzusetzen mit der Entwicklung der Charaktere. Was das Ziel am Ende des Buches ist, ist klar, nur der Weg dorthin ist mit diversen Steinen gespickt, die es gilt aus dem Weg zu räumen. Das ist nicht immer einfach und bringt die Handlung gerne mal in eine andere Richtung, so wird die Spannung hochgehalten und man weiß nicht wirklich, was passieren wird. Die Charaktere entwickeln sich in diesem zweiten Band rasant. Was im ersten Band an tiefer gehenden Gefühlen oder Eigenschaften gefehlt hat, wird in diesem Band wett gemacht. Wir lernen eine neue Feyre kennen und einen anderen Tamlin. Zudem erfahren wir mehr über Rhysand; seine Absichten, seine Gefolgschaft und sein Reich.  Wir bekommen mehr Details und mehr Informationen um Geschehnisse aus dem ersten Band nun logisch zu verstehen. Im Grunde wird es nicht langweilig über die einzelnen Personen im Buch zu lesen, sei es nun welche die man aus dem ersten Band bereits kennt, oder welche, die im Zweiten neu hinzukommen. Nicht ein Mal hat man das Bedürfnis eine Seite schnell zu Ende lesen zu wollen, nur um diesen Abschnitt zu beenden und in der Geschichte weiter zu kommen.

Dieser zweite Band ist eine einzige Achterbahn der Gefühle und das macht dieses Buch so unwiderstehlich. Die Übersetzung ist durchaus gelungen, die Funken springen über wenn sie es sollen, die Tränchen fließen wenn es für sie vorhergesehen ist und das Herz setzt an den dafür vorgesehenen Stellen aus. Dennoch, wenn man das Buch in seiner original Fassung gelesen hat, ist es erst einmal schwierig mit der deutschen Übersetzung. Ein „Feyre, Darling“ löst etwas ganz anderes aus als ein „Feyre, Liebes“. Aber das ist wie gesagt, ansichts- und geschmacks Sache.

Nichts destotrotz kann ich dieses Buch – und somit die gesamte Reihe –  auf jedenfall nur empfehlen. Wer auf Fantasy steht und gerne sämtliche Stadien seiner Gefühlswelt ausloten möchte, ist mit diesem Buch an der richtigen Adresse.

Ich werde dieses Buch mit Sicherheit nicht das letzte Mal gelesen haben und das, obwohl ich sonst keine Bücher mehrmals lese.

Ich kann es kaum erwarten mit Band drei wieder nach Prythian zu reisen und zu sehen, wie es mit Feyre und ihrem High Lord weitergeht.

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