Eva liest

Das Labyrinth des Fauns

In Darkness, there can be light.

In misery, there can be beauty.

In death, there can be life…

Pan´s Labyrinth

Der Klappentext

“Vor langer, langer Zeit…

… lebte in einem unterirdischen Reich, in dem es weder Lügen noch Schmerz gab, eine Prinzessin. Sie träumte von der Welt der Menschen: von einem blauen Himmel, von der Sonne und dem Gras und dem Geschmack des Regens. Als sie ihren Wächtern entkam und in unsere Welt gelangte, vergaß sie, wer sie gewesen und woher sie gekommen war. Ihr Vater hörte nie auf, nach ihr zu suchen. Er wusste, dass ihre Seele unsterblich war, und das sie eines Tages zu zurückkehren würde. In einem anderen Körper, in einer anderen Zeit. Vielleicht an einem anderen Ort, er würde auf sie warte…

…Bis ans Ende der Zeit.”

Der Inhalt

Erschienen ist die Neuerzählung von Cornelia Funke im Fischer Verlag und basiert auf dem gleichnamigen Film von Guillermo del Toro “Pan´s Labyrinth”. Das Oscar prämierte Meisterwerk erlebte 2019 eine Neuerzählung durch Deutschlands bekannteste Jugendbuchautorin Cornelia Funke und wurde mir freundlicherweise vom Verlag als Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön. Auch für die Möglichkeit, die Autorin im Spätjahr persönlich treffen zu können.

Den Film kennt vermutlich so gut wie jeder. Trotz seiner Traurigkeit, seiner gruseligen Note und seines Dramas ist dieser Film ein absolutes Meisterwerk und ich finde ihn auch jetzt noch, Jahre später, einfach großartig. Umso mehr habe ich mich wie ein kleines Kind gefreut, dass Cornelia Funke dieser Geschichte ein Buchformat geben sollte. Und wie groß waren meine Augen, als ich ein Überraschungspäckchen vom Verlag erhalten habe, mit dem ich meine eigene Aufgabe bis zum nächsten Vollmond zu erfüllen hatte. Ich fühlte mich wie Ofelia, als sie sich ihrer ersten Prüfung, auferlegt durch den Faun, furchtlos und tapfer stellte. Furchtlos und tapfer sind wohl die beiden Wörter, die ich als aller erstes mit Ofelia in Verbindung bringe. Dieses Buch ist wahrlich kein Märchen, und wenn, dann ist es ein sehr trauriges und dramatisches. Nichts in diesem Buch ist glitzernd und märchenhaft und es kommt auch kein Prinz daher, der Ofelia aus diesem Albtraum von Leben heraus holt.

Wir begleiten Ofelia und ihre Mutter in die Wirrungen des Fachismus 1945, in die Gräueltaten, die der erste Weltkrieg in Spanien mit sich gebracht hat. Ofelia muss mit der Entscheidung ihrer Mutter, dass Hauptmann Vidal ihr neuer Vater werden soll, leben und der Versuch, aus diesem Leben zu flüchten soll sie am Ende mit einem hohen Preis bezahlen.

Doch nicht nur Ofelias Schicksal steht im Vordergrund. Auch die Rebellen, die sich gegen das faschistische Regime von Franco stellen, werden hier zum Mittelpunkt in Ofelias neuem Leben. Die Grausamkeiten, die die Rebellen durch Hauptmann Vidal erleben, erlebt der Leser hautnah mit. Dieses Buch ist kein Märchen. Es ist ein dunkles Zeugnis eines kleinen Mädchens, das versucht in einer grausamen Welt zurecht zu kommen und der es zu entfliehen versucht.

Ich liebte dieses Buch. Ich habe es nur so verschlungen und konnte es nicht aus der Hand legen. Ich wollte Ofelia beschützen, sie in den Arm nehmen und trösten. Ich wollte ihre Mutter schütteln und bitten endlich die Augen aufzumachen, um zu sehen, was sie sich und ihrer Tochter antut. Ich wollte Mercedes helfen die Rebellen zu versorgen und unerkannt zu bleiben, ihr den Mut geben, den sie manchmal zu verlieren glaubte. Es war eine wundervolle Geschichte und die vielen kleinen Mini-Märchen, die uns mehr zum Faun und seiner Welt erzählten, haben dieses Buch zu einer wundervollen, runden und kurzweiligen Märchen gemacht. Und da ist es wieder, dieses Wort “Märchen”. Denn auch wenn es keines ist, liest es sich doch wie eines. Ein dunkles Märchen um uns zu zeigen, dass es immer Hoffnung gibt, auch dann, wenn man schon nicht mehr dran zu glauben wagt.

Leseempfehlung?

Unbedingt! Mit seinen 318 Seiten ist dieses Buch ein kleiner Ausflug in Machenschaften von Krieg, Gewalt und Zerstörung. Aber das kleine Licht Ofelias bleibt immer am leuchten, egal wie dunkel die Zeit erscheint.

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© 2019 Eva liest

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